Liste: OER-Projekte NRW (Workshop-Dokumentation OER@NRW)

Liste: OER-Projekte NRW (Workshop-Dokumentation OER@NRW)

Unter dem Titel „OER@NRW“ war es uns noch einmal ein besonderes Anliegen, die Projekte und Personen einzuladen, welche bereits offene Lehrmaterialien an NRW-Hochschulen veröffentlichen sowie Aktivitäten rund um die Öffnung der Hochschulen vorantreiben.

Die Folien des Workshops sind hier verfügbar: Präsentationen

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Vorab ein kurzes Fazit zum Workshop aus Teilnehmerinnen-Perspektive (Vielen Dank!):

Am 9.7. fand ein Workshop zum Vorprojekt Content-Marktplatz NRW statt. Bei dem geplanten Projekt soll es darum gehen, NRW-weit Inhalte zu teilen, dies möglichst als OER. Bei dem Workshop stellten sich bestehende OER-Projekte und -Initiativen in NRW vor. Diskutiert wurden technische und sozio-kulturelle Aspekte, die beim Aufbau eines so genannten Repositoriums eine Rolle spielen. Dahinter steht der Gedanke, dass es bei dem Thema OER in den Hochschulen nicht nur um Technik geht, sondern auch um einen kulturellen Wandel.
Die Projekte bzw. Ansätze, die sich vorgestellt haben, sind sehr heterogen, zum Teil handelt es sich ebenfalls um kleine Plattformen, die spezifische Zielgruppen bedienen. Offen ist noch, wie vorhandene Projekte und Initiativen angebunden werden können. Für OpenRUB könnte dies bedeuten, beispielsweise eine Schnittstelle anzubieten, über die OpenRUB-Inhalte auch in das NRW-Portal integriert werden können. 

Bericht zum Workshop von Kathrin Braungardt, Teilnehmerin des Workshops auf dem OpenRUB-Blog

Dank der großen Resonanz gab es zu Beginn mehrere 5-Minuten-Präsentationen zu den Projekten, die vor Ort vertreten waren. Diese sind hier nun dokumentiert (inhaltliche Ungenauigkeiten bitten wir ggf. zu entschuldigen):

Liste der Mini-Projektvorstellungen

OpenRUB

OpenRUB ist die Plattform für frei zugängliche und offene Lehr- und Lernmaterialien (Open Content und Open Educational Resources) für alle Fachbereiche der Ruhr-Universität Bochum. Die veröffentlichen Lehr-/Lernmaterialien sind im Rahmen von Lehrveranstaltungen entstanden und werden in unterschiedlichen Formaten präsentiert“

Bei der kurzen Projektvorstellung im Workshop wurde darauf hingewiesen, dass a) die Hinführung zum Öffnen eines Kurses keineswegs unaufwändig ist (u.a. Überzeugungsarbeit sowie urheberrechtliche Prüfung/Anpassung der Inhalte) sowie b) das Plattformprojekt auch davon profitiert, dass die Beteiligten als Service-Einrichtung (Zentrum für Wissenschaftsdidaktik, Bereich eLearning [RUBeL]) gute Kontakte zu Lehrenden sowie Einblicke in die alltägliche Lehre haben.

Aktuelle Einblicke ins Projekt: OpenRUB Blog

Bridge: Instructional Design & OER

„Ziel des Projekts „Digitale Hochschulbrücke westliches Ruhrgebiet I Niederrhein [bridge]“ der Hochschulen für Angewandte Wissenschaften Niederrhein (HSNR), Rhein-Waal (HSRW), Ruhr West (HRW) und der Universität Duisburg-Essen (UDE) in der Metropolregion Rhein-Ruhr ist die kooperative Gestaltung der Digitalisierung in Studium und Lehre.“

In diesem Kontext wurden vielfältige Aktivitäten zu Instructional Design & OER angestoßen. Konkret produziert wurde bspw. ein umfangreiches OER-Material „Betriebswirtschaftslehre“ sowie auch Interviews zu OER, die als Motivation und Inspiration für weitere Lehrende dienen sollen. Auch mit dem interaktiven Inhaltsformat h5p (Open Source) wurden Erfahrungen gesammelt.

Digital Maker Space (DMS)

Screenshot aus dem Erklärvideo zum DMS: Ein integriertes Element in zwei unterschiedlichen LMS

Mit dem Digital Maker Space setzt das Team von Prof. Dr. Manfred Kaul (Hochschule Bonn-Rhein-Sieg) voll auf Interaktivität und das hochschulübergreifende Zusammenarbeiten bzw. Lernen. Die interaktiven Elemente im Digital Maker Space können in jegliche Lern-Management-Systeme eingebunden werden und so auch in hochschulübergreifenden Seminaren eingesetzt werden: „Mit dem Konzept „Digital Maker Space“ (DMS) wird das populäre Maker-Space-Konzept auf das Digitale übertragen. Wie in physischen Maker Spaces sollen nun auch in digitalen Werkstätten Produktionsmittel zur Verfügung gestellt werden, mit denen unkompliziert neue Ideen eigenständig konzipiert, realisiert, erprobt, kommuniziert und verteilt werden können. Die DMS-Werkstatt liegt im WWW und ist als Infrastruktur überall jederzeit einsetzbar. “

Weitere Infos zum Projekt:

OER-Angebote an der Universität Siegen (HD)

Das Zentrum zur Förderung der Hochschullehre der Universität Siegen legte im Kontext von OER einen Frühstart hin und kann so inzwischen auf eine Vielzahl von Angeboten und Erfahrungen verweisen, bspw. das OER-Brettspiel. Alle Informations- und Beratungsmaterialien finden sich auf http://hd.uni-siegen.de/oerhd/. Wichtiges Anliegen für die OER-Aktivitäten ist es, Räume schaffen, um über offen, konstruktiv und auch kritisch OER zu diskutieren. Ein Hinweis vom Team gab es an uns, dass ggf. die Verknüpfungen zum Thema Forschungsdatenmanagement (FDM) ins Auge genommen werden könnten. Vorgestellt wurden die Aktivitäten von Sandra Schönauer und Melanie Müller.

Universitätsverbund digiLL

Das Verbundprojekt digiLL verwirklicht für die Lehramtsausbildung meines Erachtens genau das, was sich auch der DH-NRW-Verbund als großes Ziel gesetzt hat: Die hochschulübergreifende Kooperation und Kollaboration. Erstellt werden in der bestehenden Infrastruktur (LMS an der jeweiligen Hochschule) Lernmodule, die dann standortübergreifend reviewed und gefeedbacked (Qualitätssicherung) werden, eh sie auf digill-nrw.de kostenfrei zugänglich veröffentlicht werden und teils auch bereits außerhalb von NRW nachgenutzt werden in Seminaren: „Ziel des Projekts ist es, mit dem Auf- und Ausbau dieses Netzwerks die digitale Lehre in der Lehrer/-innenbildung zu stärken und die mediendidaktischen und -pädagogischen Kompetenzen der Lehramtsstudierenden, Lehrenden im Vorbereitungsdienst und ausgebildeten Lehrer/-innen auszubauen. In einem ersten Schritt entwickeln die beteiligten sechs Universitäten Lernmodule zu den Oberthemen Medienkompetenz und -didaktik sowie zu digitalen, fachdidaktischen Kompetenzen u. a. mit Blick auf die Praxisphasen im Lehramtsstudium. Beispielhafte Themen sind der Einsatz von Videos in der Lehre, Mobile Learning und fachspezifische Anwendungen im fremdsprachlichen und naturwissenschaftlichen Kontext.“. In mehreren Modulen wurden das interaktive Inhaltsformat h5p verwendet. Zudem wird auf Barrierefreiheit sowie eine gewisse Einheitlichkeit der Lernmodule geachtet. Vorgestellt wurde das Projekt von Björn Buliczek (UDE) und Matthias Kostrzewa (RUB).

Civil Engineering RWTH Aachen University

Der Anstoß zur OER-Initiative und dem dadurch entstandenen Videokanal „Civil Engineering RWTH Aachen University“ erfolgte durch die Digitalisierungsstrategie der RWTH: „Als Teil der Digitalisierungsstrategie der RWTH Aachen wurde an der Fakultät für Bauingenieurwesen eine Open Educational Resources (OER) Initiative gestartet. Im Rahmen dieser Initiative werden auf dem You-Tube-Kanal der Fakultät verschiedene Videos zu Lerninhalten sowie zu grundlegenden und aktuellen Forschungsprojekten aus dem Bereich des Bauingenieurwesens zur Verfügung gestellt. An der Erstellung dieser Lehr- und Forschungsvideos beteiligen sich alle Institute der Fakultät, so dass wöchentlich ein neues Video hinzukommt. Diese dienen nicht nur dem Selbststudium, sondern erlauben auch einmalige Einblicke in aktuelle Forschungsprojekte.
Ziel der Initiative ist vor allem ein weltweit offener und kostenfreier Zugang zu den Videos für diverse Zielgruppen. Die OER-Medien der Fakultät für Bauingenieurwesen sollen daher von anderen Hochschulen genutzt und in die Lehre integriert werden. Sie enthalten zwar detailreiche Aufnahmen und Visualisierungen, jedoch keine detaillierten Erklärungen. Dies ermöglicht es Lehrenden anderer Hochschulen, eigene Erklärungen anzuwenden.“

Die Videonutzung erfolgt laut YouTube-Statistiken derzeit schwerpunktmäßig in Indien und den Vereinigten Staaten. Das Team brachte im Workshop u.a. die Frage ein, wie die produzierten Inhalte auch für den Einsatz an deutschen Hochschulen besser sichtbar gemacht werden könnten. Vorgestellt wurde das Projekt von Tamara Mansaray und Univ.-Prof. Dr.-Ing. Heribert Nacken.

OER an der Universität Duisburg-Essen

An der Universität Duisburg-Essen spielt die Strategie zur Digitalisierung in Studium und Lehre eine gewichtige Rolle hinsichtlich von Aktivitäten rund um OER. Das BMBF-Förderprojekt „Mainstreaming OER“ sammelte im Rahmen der OERinfo-Förderlinie hier Erfahrungen. Neben weiteren Angeboten wie einer Rechtsberatung wird seit 2018 wird zudem ein Repository (Open Source Framework MyCoRe) betrieben und weiterentwickelt. Das Repository ist hierbei vor allem als langfristiger Veröffentlichungsort für Materialien konzipiert, erprobt werden derzeit Anbindungen an weitere Systeme wie Lern Management Systeme: „In der Bereitstellung und Nutzung von Open Educational Resources (OER) sieht die Universität Duisburg-Essen einen wichtigen Baustein, um dem Anspruch als offene Universität gerecht zu werden. Die Erstellung von OER Lehr- und Lernmaterialien ermöglicht einen kooperativen Austausch mit Lehrenden und Studierenden. Zugangsbarrieren zu Bildungsangeboten werden auf diese Weise reduziert und für neue Zielgruppen zugänglich gemacht. Durch OER bietet sich die Chance Transparenz in der Lehre herzustellen sowie die Qualität von Lehr- und Lernmaterialien zu steigern bzw. das Angebot zu erweitern“ (Über uns). Vorgestellt wurden die Aktivitäten von Anke Petschenka und Frank Lützenkirchen.

(Nicht zuletzt ist das Learning Lab der UDE für die Koordination des Vorprojekts Content-Marktplatz NRW zuständig und die Geschäftsstelle E-Learning NRW am Learning Lab treibt seit Jahren die Vernetzung der Akteur*innen voran, auch hier ist OER und Austausch von Lehrmaterial ein Thema.)

WeBWorK: Plattform für mathematische Aufgaben

Am Projekt WeBWorK wird einmal mehr die grenzüberschreitende bzw. internationale Dimension bei offenen Inhalten sichtbar, da hier englischsprachige Aufgaben derzeit in die deutsche Sprache überführt werden: „WeBWorK ist eine auf mathematische Aufgaben spezialisierte Aufgabenplattform zusammen mit einer über 36.000 Aufgaben umfassenden freien Aufgabenbibliothek
für verschiedene Disziplinen, nach Themen gegliedert. Sowohl der Programmcode als auch die Aufgabenbibliothek sind offen lizenziert, so dass bestehende Aufgaben den eigenen Bedürfnissen angepasst und neue Aufgaben hinzugefügt werden können. Im Gegensatz zu allgemeinen Lernumgebungen werden in WeBWorK die Eingaben der Lernenden kontextabhängig mathematisch interpretiert. Dr. Florian Heiderich vom Department Mathematik der Universität Siegen arbeitet derzeit am Aufbau einer deutschen Schwester-Plattform“ (Beschreibungstext von der OER-Postkarte zu WeBWorK)

Bei der Vorstellung im Workshop wurde auf die rechtliche Problematik hingewiesen, dass die WeBWorK-Aufgaben ursprünglich mit der „Nichtkommerziell“-Einschränkung der Creative Commons Lizenzen (NC) versehen wurden, was nun in der Praxis zu Problemen führt sowie zu möglichen Rechtsverstößen, die natürlich derzeit – im Sinne der freien Nachnutzung für Lehre – toleriert werden von den Urheber*innen. Daher findet nun eine Diskussion bzgl. eines Lizenzwechsels hin zu mehr Offenheit und Flexibilität statt, was aber einen aufwändigen Prozess nach sich ziehen würde (nachträgliche Klärung). Es ist daher aus meiner Sicht sehr zu begrüßen, dass in der OERcontentNRW-Förderlinie bspw. nur die sehr offenen Lizenzen/Freigaben CC0, CC-BY und CC-BY-ShareAlike akzeptiert werden, bei welchen alle Nutzungszwecke in der Lehre ermöglicht werden.

Weitere Anwesende beim Workshop

Anwesend waren weiterhin u.a. Personen der Universität Bielefeld, FH Bielefeld (Unterseite OER der FH Bielefeld), TU Dortmund, FH Münster, Universität Münster sowie eine Person aus dem Projekt EduArc als auch eine Vertreterin des Vorprojekts heureka. Wir haben uns sehr über die vielfältige Zusammensetzung als auch den produktiven und kritisch-konstruktiven Austausch gefreut!

Das erhaltene Feedback werden wir nun zusammenführen und diskutieren, danke an alle Input-Geber*innen!

Weitere OER-bezogene Projekte in NRW

Nicht unter den Tisch fallen sollen natürlich die Projekte, welche ebenfalls in NRW aktiv sind, aber nicht vor Ort im Learning Lab waren:

Sie kennen weitere Projekte im Bereich Hochschule oder vermissen ihr Projekt? Hinterlassen Sie gerne einen Kommentar unter diesem Beitrag – vielen Dank!

Weitere Informationen zu OER in NRW finden sich auch in der folgenden Präsentation:

Stand und Perspektiven von OER in der Hochschule 
Workshop auf dem OERcamp 2019, Lübeck
(Daniel Otto, Learning Lab Duisburg-Essen & Pia Sander, Koordinatorin Content-Marktplatz NRW)
Folien (Google Drive Präsentation) | Ergebnisse im Padlet

CC0/Public Domain
Für dieses Werk (Artikeltext) wird kein urheberrechtlicher Schutz beansprucht, Freigabe unter CC0/Public Domain. Optionaler Hinweis gemäß TULLU-Regel: Matthias Andrasch für das Vorprojekt Content-Marktplatz NRW, freigegeben als: CC0/Public Domain. Ausgenommen sind Zitate und Screenshots, das OER-Logo stammt von OERinfo (CC0)

Ein Gedanke zu „Liste: OER-Projekte NRW (Workshop-Dokumentation OER@NRW)

  1. Hallo zusammen,
    vielen Dank für die Nennung von https://oer.gitlab.io/!
    Das ist eine von mir erstellte Gruppe auf GitLab, um OER zu sammeln, die mit Git-Techniken weiterentwickelt werden. Das bedeutet insbesondere, dass OER-Quellen mit einer leichtgewichtigen Markup-Sprache (z. B. LaTeX, MarkDown, Org Mode) entwickelt werden sollten, um die Vorteile von Git für gemeinschaftliches Arbeiten (Vergleich von Versionen, Merge Requests) nutzen zu können.
    Aktuell gibt es nur OER aus meinem Umfeld an der WWU Münster, aber weitere Projekte sind herzlich willkommen, ebenso wie Beiträge zur technischen Infrastruktur emacs-reveal.

    Viele Grüße aus Münster
    Jens Lechtenbörger

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